Das „innere Kind“ – eine Beschreibung

Das innere Kind …
…..ist die symbolische Betrachtungsweise unserer inneren Erlebniswelten.

Erlebnisse der Kindheit, Vergangenheit, aktuelle und auch in der Zukunft. Denn das innere Kind wird uns ein Leben lang Gesellschaft leisten, zum Glück. Da wir das innere Kind in der Psychosynthese als eine Teilpersönlichkeit sehen, können wir im inneren Abstand dazu gewinnen und sind unserem Erleben nicht mehr ausgeliefert. Wir können mit diesem Teil umgehen lernen und haben zunehmend Wahlfreiheit, wie wir uns dazu verhalten. Wichtig ist aber auch das wir diesem inneren Kind zeigen das es uns ernst ist mit unserer Absicht. Was nichts anderes bedeutet, als das wir uns mit dem was wir fühlen in angemessener Art und Weise auseinander setzen. Dazu gehört auch, Menschen die in ihrer Kindheit Traumata erlebt haben, dass sie diese in angemessener Weise heilen und so das innere Kind heil werden kann.
Beispiel:
Wenn ein Klient in die Praxis kommt und über seine schwierige Situation in der Kindheit spricht, mag er sich im Klaren darüber sein, das es schwierig war. Er weiß, mit dem Verstand, das er überfordert war, dass es Unrecht war ihn so zu behandeln. Und ist vielleicht zu Recht auch sauer darüber. Doch alleine die Erkenntnis über all das was geschehen ist, wird ihn nicht befreien. Er bleibt trotz allen Wissens, daran gebunden.
Das innere Kind möchte von Ihm die Gewissheit bekommen das es nicht seine Schuld war. Dass es nicht gesehen wurde von den Eltern. Dass es schlecht behandelt wurde.
Dazu muss der Klient sich nochmal in diese Situation einfühlen und das bestätigen. Das Ja, ist sehr wichtig. Ja das stimmt, du wurdest schlecht behandelt, du wurdest einfach nicht ernst genommen. Es ist wichtig diese Ohnmacht wahr-zunehmen, wenn es so war. Und sehr häufig ist es so.
Denn damals hatte das Kind ja keine Macht sich dem entgegenzustellen. Es musste sich seine eigene Welt zu Recht legen und dabei werden die Eltern oder Erzieher egal wie sie sind oder waren als Vorbilder genommen. Werden verherrlicht in vielen Fällen. Diese Zeit will im Nachhinein betrauert und richtig gestellt werden.
Nur so kann der Klient sich davon frei machen und wird sich im inneren neu ordnen. Während dieser Phase ist der Klient natürlich identifiziert mit dem inneren Kind. Und der Begleiter eine wichtige Instanz um den Klienten in dieser Phase zu stützen und zu halten, und dafür Sorge zu tragen das er sich auch wieder dis-identifiziert. Und gleichzeitig ist der Begleiter auch Zeuge des Prozesses. So fühlt sich das innere Kind ernst genommen, mit dem was es erlebt hat. Es kann durchaus sein das diese Phase auch über eine Sitzung hinaus geht.

Wenn dieser erste wichtige Schritt getan ist, dann wäre ein stimmiger nächster, nochmal in die Situation zu gehen. Jetzt allerdings geht der Klient,
in der Imagination, als Erwachsenes Ich in die Situation und holt in der Phantasie das innere Kind dort heraus.
Er nimmt den Dialog auf zu dem kleinen Jungen der er mal war und verspricht im besten Fall für ihn fortan zu sorgen. Das innere Kind braucht den Erwachsenen Anteil der für es sorgt.

Wie sieht das jetzt im Hier und heute aus?
Ich stelle mir vor, ich sitze am Schreibtisch und habe wichtiges zu erledigen das auch keinen großen Aufschub duldet. Gleichzeitig ist es nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Wenn nun das innere Kind sich meldet und Eis essen gehen möchte, oder sich gerne in die Sonne legen würde, weil das Wetter viel zu schön ist zum Arbeiten, dann ist es als verantwortungsvoller Erwachsener meine Aufgabe damit umzugehen. Ich überschaue wie viel Zeit ich brauche für meine Arbeit und wie ich gleichzeitig meinem inneren Kind Rechnung tragen kann. Was nichts anderes bedeutet als das ich meine Gefühle ernst nehme. Also sage ich im inneren Dialog: Ich habe dich wahr-genommen und wir machen einen Deal. Bis um sechs Uhr arbeite ich noch konzentriert. Dann ist frei und wir tun was für uns. Den Rest der Arbeit bekomme ich morgen erledigt. Und ich wette darauf, dass das innere Kind zu Frieden ist und geduldig bis um sechs wartet. Aber dann sollte ich die Abmachung einhalten, alles Andere könnte Ärger geben.

© Dagmar Brettschneider / Psychosynthese-leben

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